Sonntag, 4. Juli 2010

Unausgesprochen.

Ein Text der schon lange Zeit vor diesem Tag aus meiner Feder kam. Er ist von mir. Ich wollte dieses Gefühl einmal in Worte fassen. Ich erhoffe mir offene Kritik von euch, echte Beurteilungen und Verbesserungsvorschläge. Ich möchte wissen, wie meine Texte anschlagen. Vielleicht findet ihr Gefallen an meinen Formulierungen.

Unausgesprochen.

Es war Sonntag und es regnete. In Strömen. Ich hatte es wieder nicht geschafft, meine Arbeit, welche sich auf meinem Schreibtisch ansammelte, durchzugehen. Und nun lagst du neben mir. Gerade sehnten sich deine Lippen nach meinen und ich mich nach Freiheit. Alles fühlte sich falsch an. Ich fühlte mich als Betrüger gegenüber dir und deinen Gefühlen. Als Maskierter Henker, der dir die Schlinge um den Hals legt und dich mit süßen Worten besänftigt. Und deine Lippen verkrampften sich zu einem Lächeln. Genau das Lächeln, welches mir an jenem fernen Tag den Kopf verdrehte. Mir die Sinne raubte. Langsam fing es an zu Gewittern und der Regen schrie an mein Fenster. Ich fasste keinen klaren Gedanken. Ich schaffte es nicht, meinen falschen Blick mit deinem zu kreuzen und dir das zu geben, nach dem du verlangtest. Mein Vorwurf zu dir brannte in jedem meiner stummen Worte. Ich verstummte, während sich mein Magen vor lauter Hass umstülpte. Dein krampfhaftes Lächeln verzog sich zu einer einzigen harten Linie die andeuteten, dass dein Zweifel größer war als er zu sein schien. Unsere zaghaften Gespräche verfingen sich im Gestrüpp des leeren Raumes. Deine Liebe prallte von meinem eiskalten Herzen auf die schwarze Wand unseres Lebens. Ich wurde schwach und entzog mich deiner Gefühle wie ein Feigling dem Abenteuer. Beim Aufstehen entfuhr mir ein kühler Schauer als mir die Decke aus der schwachen Hand glitt. Mein Blick blieb starr am Regen hängen, der wie ein Messer auf unseren kahlen Boden einstach. Ein Tropfen perlte am eiserstarten Glas ab und etwas seltsames entglitt meinen kahlen Augen. Meine Worte zu der Fremden vor mir verhingen sich in starken Seilen und deine Worte verliefen sich im Wind.

,,Deine Wangen haben Regentropfen abbekommen.”
,,Es ist aus.”

Danke. 

5 Küsschen:

Vivi hat gesagt…

*_* boar so geil geschrieben bester...respekt..!!!

P.s. schreib weiter so gefühlsvoll

ildss

Kapunkt hat gesagt…

Der Text gefällt mir super gut! Wirklich toll!

Nur eine kleine Sache: Die Vergangenheit von "gleiten" ist "glitt", nicht "gleitete"

;)

Liebste Grüße,
Kapunkt

ROLE. hat gesagt…

wunderschön Liebling.
deine Texte faszinieren mich immer wieder. Du hast so ein großes Schreibtalent.

ich liebe dich.

aso ich hab dich mal getaggt^^
http://lebenssuechtige.blogspot.com/2010/07/fragen-uber-fragen-d.html

Schmetterling hat gesagt…

1. vielen Dank für deinen herzlichen Kommentar.
2. Ich schreibe eigentlich nur für mich und weniger für andere. Aber es freut mich natürlich trotzdem, wenn ich jemanden damit berühre, anspreche, zum Nachdenken bringe etc. Ich denke jeder liest anders. Jeder sieht in einem Text das, was er sehen möchte. Und es ist immer eine andere aber seine eigene subjektive Wahrheit. Deswegen freut es mich auch, wenn jemand mir das mitteilt. Also, einserseits schreibe ich nur für mich, aber andererseits auch für andere. Paradox. (=
3. Ich finde es ist ein Muss die Texte wenigstens 1x gelesen zu haben, bevor man überhaupt kommentiert. Ich meine wozu ist diese Funktion sonst da? Damit man auf das Geschriebene antwortet, kritisiert, zuspricht, etc. pp. Ich mag es z.B. gar nicht, wenn jemand nur schreibt: "ohhh dein blog ist ja soooo toll." Weil man dann eigentlich sicher sein kann, dass sie nichts gelesen haben. Traurig.
4. Dein Text gefällt mir sehr gut. Die Metaphorik, die du verwendest, haucht ihm sehr viel Dynamik ein. Aber durch den Regen wirkt doch alles irgendwie tot, wie durch einen Schleier, die Stimmung ist erdrückend und traurig.
Ich denke so fühlt sich auch der Protagonist. Es ist schön mal etwas anderes zu lesen, als nur die typische Bilderbuchbeschreibung einer Beziehung. Er liebt sie nicht und fühlt sich schuldig. Aber letzlich ist die Sehnsucht nach Freiheit größer als das Verlangen nach ihr. Das Ende mit der wörtlichen Rede ist Wahnsinn. Kurz, unerwartet, knallhart und ehrlich.
Sehr gut geschrieben. Ich freue mich auf mehr von dir.

Liebe Grüße
Schmetterling

Das Mädchen. hat gesagt…

Erzieher. Ja da hast du Recht, das ist wirklich etwas vollkommen anderes. Darf ich fragen, wie du zu diesem Wunsch gekommen bist?
Ich denke das ist wirklich ein Beruf, der einen auch ausfüllen kann. Für mich persönlich wäre es nichts, da ich absolut keine Geduld habe und mich (so süß sie auch sein können) kleine Kinder teilweise ziemlich nerven. Aber ich denke, wenn man Spaß daran hat mit Kindern zu arbeiten und auch die nötigen Vorraussetzungen, kann das wirklich ein guter Teil des Lebens werden.

Es steckt sehr viel Arbeit in so einem Stück. Die meisten Zuschauer glauben gar nicht, was für Zeit, Arbeit und Energie in so einem aufgeführten Stück steckt.
Ich kann dir prinzipiell zwei Sichten erzählen, was dahinter passiert.
Zuerst die Arbeit der Schauspieler, um in die Rolle reinzukommen. Man muss sich mit der Rolle, mit den Gefühlen, dem Hintergrund, der Zeit in der das Stück geschrieben wurde, den Gedanken des Autoren und am besten noch gleichzeitig den Wünschen des Regisseurs auseinandersetzen. Es sind viele Proben, viele Gedanken und noch mehr Können nötig, um am Ende diese Figur perfekt darstellen zu können. Das ist das eine. Das andere ist das, was du einmal werden wolltest.
Die Ausstattung, die Bühne, die Requisiten, die Maske.
Außer die Maske macht all das der Bühnenbildner, zumindest bei größeren Theatern.
Man muss sich, gemäß den Wünschen des Regisseurs, ein Hintergrundbild ausdenken, man muss durch die richtigen Mittel eine Atmosphäre schaffen, in der dieses Stück spielen kann. Wenn ein Stück eine super Bühnenausstattung, ein geiles Hintergrundbild und die perfekten Requisiten hat, ist schon die halbe Miete eingefahren.
Deshalb muss auch der Bühnenbildner sich gut mit der Materie auseinandersetzen, er muss Kreativ sein und immer neue spritzige Ideen haben.
Er muss schauen, dass für jede neue Aufführung alles perfekt sitzt, dass alles klappt und keine Pannen entstehen.
Und er muss sich natürlich auch nach den Schauspielern richten und sich mit den Grundlagen der Schauspielerei, jedenfalls was den Darstellenden Teil betrifft, auskennen.
Bei manchen Theatern macht er noch das Licht mit, was natürlich auch nochmal eine Herausforderung für sich ist.
Was aber vor allem wichtig ist, nicht nur beim Bühnenbildner, sondern auch bei jedem anderen im Theatergeschäft ist die Improvisation. Es fällt immer mal wieder etwas aus, mit dem man nicht rechnet und dann sollte das der Zuschauer natürlich am besten nicht merken. Also muss man improvisieren.
Nunja, ich hoffe ich konnte dir einen kleinen Einblick hinter die Kulissen gewähren. Es gibt natürlich noch ein bisschen mehr (Specialeffects etc.) aber das ist mal so das Grobe :)

Echt, du schreibst Romane? Das ist ja total cool, welche Themen hast du denn da so? Und hast du schon einen fertig und wenn ja, veröffentlichst du mal einen Teil?
Du merkst ich bewundere sowas echt total und würde auch mal gerne etwas lesen. Aber jetzt schau ich mir erstmal weiter deinen Blog an =)
Liebe Grüße!