Mittwoch, 27. Oktober 2010

Fragen Schmerzen. Das Unterdrücken mehr.

Ich gab diesen text einem Menschen, bei dem ich mir erhoffte, die gewünschte Reaktion damit auszulösen. Dieser Text bedeutet für mich Erinnerung. Harte Erinnerung. Und diesen Menschen brachten meine Worte zum weinen. Teil Fünf und mein bis jetzt liebster Teil neben Teil 1 meiner Reihe Unausgesprochen.

“Wie ist das, jemanden zu lieben, der einem nur noch schmerzt?” Fragte mich das Mädchen mit den abgekauten Nägeln und den Narben auf den Armen. Wie das ist? Darauf fand ich keine Antwort. Wer kann schon Antwort auf das geben, was er am liebsten verdrängen möchte? Ich wünschte mir, es gäbe dich nicht. Ich wünschte mir, du hättest mir nie diesen Menschen gezeigt, der so schön und schillernd sein kann. Ich wünschte. Aber man beachte, dass man sich alles wünschen kann. Das Mädchen mit den abgekauten Nägeln wünschte sich jemanden, der sie liebte. Die Arme. Liebe. Sie ist ebenso verloren wie ihre makellose Haut es war. “Wie es ist fragst du? Es bringt dich um.” Nein es bringt einen nicht um. Es lässt einen Leiden, sperrt einen in eiskalte, dunkle und verdreckte Räume ein und fesselt sein Opfer mit Eisenketten. Es peitscht dich mit Gedanken der Verzweiflung aus und bemitleidet nur, dass es seine abscheuliche Arbeit nicht schneller verrichten kann. “Liebe ist etwas, was dich betrunken macht und als Alkoholleiche sterben lässt.” antwortete sie und schlug dabei ihre Augen mit dem verweinten Make-up nieder. Darauf wusste ich nicht, was ich antworten sollte. Mir fehlten wieder einmal die Worte. Vielleicht lässt einen das Schweigen vergessen. Vergessen zu sagen, wie man denkt und handelt. “Nutzlos. Liebe macht einen nutzlos und Stumpf.” stammelte es aus mir heraus. Mit verwirrtem, zugedröhnten Blick kam sie auf mich zu und schrie mir ins Ohr, dass ich vielleicht nicht so nutzlos wäre, wie ich anfangs schien. Daraufhin packte sie meine Hand und zog mich in den Hinterraum der schäbigen Bar mit den flackernden Lichtern. Sie versuchte, ihren verwilderten Körper betörend zur Musik zu bewegen, setzte sich auf meinen Schoß und ließ die Vibration des Basses auf mich niederprallen. Sie wollte Ablenkung und Betäubung.  Doch dann fing sie plötzlich an bitterlich zu weinen. Ihr so schon verwischtes Make-up lief in Strömen an ihren bleichen Wangen herunter. Was ich nur fragte war:  “Wie ist das, jemanden zu lieben, der einem nur noch schmerzt?”

Bitte, sagt mir, was ihr bei diesem Text denkt. Jeder von euch. Bitte. Ich liebe jeden, der auch nur einen Satz laß und dabei den Drang spürt, Kritik zu üben. Ich liebe euch sehr. Danke.

16 Küsschen:

missisippi hat gesagt…

aua. mein herz tut weh wenn ich das lese ...
Und ja, wie ist es jemanden zu lieben, der einem nur noch wehtut?
Es ist grausam.. es ist wirklich wirklich grausam ..
In den letzten Monaten habe ich das gelernt. Und nein, ich wollte es nicht lernen. Ich wollte garnich wissen wie sich sowas anfühlt.
Naja jetzt bin ich zumindest einbisschen schlauer und mein Herz hat einpaar Narben mehr.. ♥

Das Mädchen. hat gesagt…

Das ist pure Idendifikation. Ich bin sprachlos.

Hongi hat gesagt…

hm, ganz ehrlich, ich kann da gar nichts zu sagen, weil ich mich mit dem thema sehr schwer tue. aber ein guter text ist das.

J. hat gesagt…

Sehr, sehr gut.

Blubbchen hat gesagt…

Toller Text,du schreibst wunderschön x3

Lenabanäna hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Lenabanäna hat gesagt…

Weißt du, dieser geschriebene Text er hat so viel Wahres in sich.
Ich kenne das. Und ich bin nicht stolz darauf.
Aber ich habe so das Gefühl, dass nicht alles an der Liebe toll ist.

Es fühlt sich leer an.
Diese Worte, die auf einen niederprasseln finden keinen Halt.

...und dann kamen die Tränen.

Lalelu Lila Kuh hat gesagt…

"Wie ist das, jemanden zu lieben, der einem nur noch schmerzt."

Ich wage es zu behaupten, dass ich genau das & nichts anderes, sondern genau das erlebt habe.
Und wenn es beschreibst, dann passt es vielleicht.
Aber eigentlich passt es nicht.

"Es bringt einen um." Genau das tut es nicht. Absolut nicht. Du revidierst es in dem Text sofort selber wieder, aber dieser Satz finde ich, passt da einfach nicht herein, weil man es im ersten Moment doch mit dem Tod vergleicht.

Und du hast Recht.Es ist Leid.
Es ist schlimmer. Es ist noch schlimmer, als bloß Leid. Es ist so viel schlimmer.

Ich bin ein Mensch, der wirklich viel versucht, über Worte heraus zu lassen & über Worte ein Ventil zu bilden & über Worte andere zu ergreifen & mitzureßen. Eigentlich finde ich auch immer die richtigen Worte, um meine Lage zu beschreiben & sie anderen begreiflich zu machen.
Aber in dieser Phase, in der ich jemanden wirklich geliebt habe, der es aber nicht anders hinbekommen hat, als mir als Dank zu schaden, da fehlten mir jegliche Worte.
Wenn man mich fragte, wie es mir ging, da sagte ich manchmal "Ich weiß es nicht.", denn zu sagen, dass es schmerzt, wäre zu schwach gewesen & war kein Ausdruck für das, was in mir geschah & mit mir angestellt wurde. Sehr oft schwieg ich bei dieser Frage. Und vielleicht ist diese Art von Schweigen die einzige Form, diesen Zustand auszudrücken.

Was ist also mein Fazit? Du versuchst es. Ich hab's auch tausend Mal versucht, mein Vergleich war sogar ähnlich. Aber das ist es nicht. Das beschreibt es nicht mal ansatzweise.

Das klingt jetzt vielleicht stark negativ, aber das soll es nicht sein. Ich weiß nicht, ob du sowas erlebt hast - wenn nein, bewundere ich es, dass du auf so eine Vorstellung kommst, die eigentlich nicht in unseren Alltag passt & wenn du es doch erlebt hast, bewundere ich dich für den Versuch & für das nicht Aufgeben.

Es ist dennoch sehr schön geschrieben. Es ist sehr realistisch. Und es gefällt mir, mit welchen Merkmalen du die Personen in Szene setzt, denn das tun wir vermutlich täglich ganz unbewusst. Du schreibst wundervoll, daran möchte ich nicht zweifeln.
Ich möchte nur sagen, dass das, was da geschieht, einfach tausend Mal krasser ist, als es deine Worte zu beschreiben versuchen.

Aber schreib weiter!! :)

& ich hoff, dieser lange Kommentar kotzt dich nun nicht an =D

Venus hat gesagt…

Hallo Tom :-)

Sehr schön geschriebener Text. Das ist der 1.Teil dieser "Serie", den ich lesen durfte und er hat mich gefesselt. Wirklich großartig. Leider auch sehr, sehr traurig. Liebe kann genauso überglücklich wie unglücklich machen.

UnI: Du findest, dass mich meine Begleitperson fasziniert? Najaaa, also finde ich jetzt eigentlich nicht so - wie kommst du n' darauf?

Es freut mich, dass mich dir mein Schreibstil gefällt. Das motibiert mich sehr und schmeichelt mir auch sehr. Danke.

Einen lieben
Fast-ist-Wochenende-Gruß
Venus

Kristall hat gesagt…

Da jeder kommentieren soll bin wohl auch ich gemeint (:

Es tut weh das zu lesen, einfach nur schrecklich weh. Vorallem, wenn man jemanden liebt, der einem nur noch weh tut...

Du schreibst einfach unglaublich gut und bringst die Gefühle verdammt intensiv rüber, hör bitte nie-niemals auf damit.

Liebe Grüße ((:

Anne hat gesagt…

Wow... ganz ehrlich ich kann dazu gar nichts sagen. MIr fehlen die Worte. ...toller Text!

XOXO

J. hat gesagt…

Wer nicht? :)

Kathrin hat gesagt…

du hast talent zu schreiben. du hast es gut rübergebracht und die richtigen worte gefunden. es berührt und man fühlt und lebt diesen moment mit.

Lenabanäna hat gesagt…

Es beruhigt mich immer wieder dieses Liedchen. (:

...Ich habe mir vorgestellt dieses Mädchen trage den gleichen Namen wie ich. Und das hat mich eben traurig gemacht.

Kein Problem. (:
Danke für deine Texte.

Anonym hat gesagt…

ich finde es hinreisend wie du schreibst. und sehe immer wieder die krestivität in deinen texten. ich weiß ja nicht ob der text mich meint keine ahnung irgendwie trifft vieles auf mich zu. aber naja vielleicht denke ich auch nur wieder übertrieben.
du bist und bleibst ein toller mensch in meinem leben.
1.große Liebe für immer.
kleiner bruder...

Enfant Terrible hat gesagt…

Satz 1 - Gott, das war ich. schön.